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Sonntag, 25.12.2016

Liebe Fans und Freunde!

Ein ereignisreiches Fußballjahr mit vielen Highlights und auch einigen Tiefpunkten geht jetzt bald zu Ende. Zeit, um ein wenig Bilanz zu ziehen und auch die Weichen für eine noch erfolgreichere Zukunft zu stellen.

Für mich persönlich war es der richtige Schritt, nach England in die Premier League zu gehen – auch wenn ich mir im Frühjahr mehr Einsätze gewünscht hätte. Das hatte aber den Vorteil, dass ich in einer optimalen Verfassung zur Europameisterschaft nach Frankreich kam und dort topfit die große Herausforderung annehmen konnte.

Als Aufsteiger haben wir mit Watford FC eine gute Basis gelegt und kamen in unserem ersten Jahr in der Premier League nie wirklich in Gefahr, um den Klassenerhalt zittern zu müssen. Aber ich habe von Beginn an gemerkt, dass du in dieser extrem ausgeglichenen Liga nie nachlassen darfst. Ohne unsere vielen Verletzten wäre sogar ein noch besserer Tabellenplatz möglich gewesen.

Natürlich wurden wir zu Beginn von der Euphorie getragen und es war für den ganzen Verein aufregend gegen die Großen wie Arsenal, Manchester United, Chelsea oder Liverpool spielen zu können.

Heute ist der Klub deutlich gewachsen, hat eine klare Idee und ist mittlerweile in der Premier League etabliert. Uns wird mehr Respekt entgegen gebracht – wichtig ist jedoch, dass wir selbst diesen Respekt zeigen und gegen jeden Gegner an unsere Grenzen gehen. Die Premier League ist beinhart: du kannst gegen jeden gewinnen, aber auch trotz guter Leistung verlieren. Jeder Verein ist top besetzt und es kommt oft nur auf Kleinigkeiten an, ob du mit drei Punkten nach Hause fährst.

Ich denke, dass ich mich im vergangenen Jahr enorm weiter entwickelt habe. Nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und die Offenheit und Vielfalt einer multikulturellen Metropole wie London bringt dich einfach weiter. Durch konstante Leistungen konnte ich meinen Stellenwert im Verein seit Sommer sicherlich weiter verbessern und ich bin sehr glücklich, wie es derzeit für mich läuft. Ganz wichtig war dabei, dass ich von Beginn an das Vertrauen unseres neuen Trainers Walter Mazzarri gespürt habe und er immer auf mich gesetzt hat.

Gerade nach der Europameisterschaft musste ich mental durchpusten und bin in ein kleines Loch gefallen. Wenn dir dann der Trainer Selbstvertrauen gibt, fällt es viel leichter in jedem Spiel 110 Prozent zu geben. Und das musst du in England, denn jedes Spiel ist wie ein kleines Finale. Die EM war natürlich eine pure Enttäuschung. Mit dem, was wir da abgeleifert haben, können wir nicht zufrieden sein. Die Gründe dafür und auch für den Start in die WM-Qualifikation müssen wir bei uns selbst suchen. Einige waren nicht fit, andere außer Form – wir müssen jetzt wieder in eine Verfassung kommen, dass die Fans an uns glauben.

Hoffnung gibt, dass keine Mannschaft besser war als wir und wir dürfen deshalb unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Jetzt freue ich mich schon auf den Besuch meiner Familie hier in London zu Silvester - vorher steht jedoch die Vorbereitung auf das nächste Spiel gegen Crystal Palace am 26. Dezember im Vordergrund.

Ich wünsche euch allen vor allem friedliche Festtage,

Euer Basti

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