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Samstag, 13.08.2016

Mein 9. Jahr in einer Topliga

Die Vorfreude auf den heutigen Saisonstart in England ist groß. Mein erstes Jahr in der Premier League war nicht nur für mich persönlich, sondern auch für den Verein Neuland.

Die Vorfreude auf den heutigen Saisonstart in England ist groß. Mein erstes Jahr in der Premier League war nicht nur für mich persönlich, sondern auch für den Verein Neuland. Wir waren froh, in dieser Topliga dabei zu sein und sind das ganze Jahr über nie in Probleme geraten. In der 2. Saison haben wir uns als Ziel gesetzt, uns weiter zu entwickeln und zu beweisen, dass wir ein fixer Bestandteil der Premier League sein können. Das wird schwer genug. Stressfrei in der Liga zu bleiben, wäre angesichts der enorm ausgeglichenen und starken Konkurrenz schon ein Erfolg.

Ich hoffe, dass ich wie im letzten Test gegen den französischen Erstligisten Lorient in der Startelf stehen werde. Aber wir haben wieder so viele Partien in der kommenden Saison, dass es sicherlich wieder jede Menge Rotation geben wird, man sich nie sicher sein kann. Ich denke, dass ich in meinen acht Saisonen als Legionär in einer Topliga doch sehr viel Routine gesammelt habe, die ich jetzt ausspielen kann und mit der ich meiner Mannschaft helfen kann. Ich bin als Persönlichkeit sicherlich sehr gewachsen – auch in der letzten Saison bei Watford.

Unter unserem neuen Trainer Walter Mazzarri spielen wir ein neues System mit einer Dreierkette in der Abwehr. Ich denke, dass wir dadurch taktisch noch flexibler auftreten werden und seine Spielphilosophie umsetzen können. Unser Auftaktprogramm hat es in sich: Zum Start in Southampton, die ersten drei Heimspiele gegen Chelsea, Arsenal und Manchester United, auswärts bei Westham. Aber kein Grund zum Jammern, denn leichte Spiele gibt es in dieser extrem intensiven Liga ohnehin keine und wir haben im Vorjahr gezeigt, dass wir auch gegen die ganz Großen auf Augenhöhe mithalten können.

Durch die Europameisterschaft war meine Vorbereitung natürlich kürzer als normal und ich werde noch einige Matches brauchen, um wieder in Bestform zu sein. Aber ich bin bereit und muss es auch sein – die Premier League verzeiht dir keine Schwächen.

Ein großes Thema ist derzeit der Transfermarkt, der immer mehr außer Kontrolle gerät. Summen wie 105 Millionen für Paul Pogba lassen natürlich aufhorchen und viele greifen sich angesichts dieser Zahlren an den Kopf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Rad immer so weiter dreht, aber jetzt gibt der Markt das scheinbar her. In der Premier League stehst du gegen jeden Gegner auf dem Prüfstand, auch kleinere Klubs sind durch ihre enormen finanziellen Möglichkeiten mit Topspielern besetzt.

Das Fußballwunder von Meister Leicester wird sich diesmal nicht mehr wiederholen. Die Großen haben noch mehr aufgerüstet und werden sich das von einem Underdog nicht mehr bieten lassen. Deshalb wird es für Außenseiter immer schwieriger. Selbst die müssen viele Millionen investieren, um am Ende konkurrenzfähig zu sein. Auch bei uns wurde mit den Transfers von Isaac Success, Christian Kabasele und Brice Dja Djedje die 20-Millionen-Grenze geknackt. Alles, um in der Liga zu bleiben.

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