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Dienstag, 14.05.2013

Gemeinsam geht alles leichter

Wir haben in dieser Saison nichts gewonnen, sondern nur gerade rechtzeitig noch größeren Schaden vom Verein abgewendet. Daher gibt es auch keinen Grund zum Feiern.

Aber wir dürfen uns freuen, dass wir in einer ganz schwierigen Situation die Nerven bewahrt und uns selbst aus dem Dreck herausgezogen haben. Ich hab in meinen fünf Jahren in Bremen schon alles miterlebt.

Ich war mit Werder ganz vorne, stand in zwei Endspielen und war ganz hinten drinnen. So einen extrem großen Spannungsbogen wie in dieser Saison gab es aber noch nie. Dass auch der Trainer in der Kritik gestanden hat, ist an der Mannschaft nicht spurlos vorbei gegangen. Die ganze Situation hat mich abends lange beschäftigt.

Aber wir können auch Positives herausziehen. Mannschaft und Verein haben mit unseren Fans eine Einheit gebildet, alle haben mitgeholfen und sind zusammengestanden. Alle, die Werder lieben, haben die Nerven bewahrt und das Beste heraus geholt. Wir müssen uns bewusst sein, dass es auch negativ ausgehen hätte können. Jeder hat jedenfalls gesehen, dass es gemeinsam leichter zu schaffen ist.

Die Fans waren nach den schlechten Leistungen im Frühjahr zu Recht verärgert und enttäuscht. Schlüsselmoment, dass sich die Stimmung wieder zum Positiven gewendet hat, war eine Besprechung zwischen Mannschaft, Verein und einigen Fans. Da sind sehr kritische Worte gefallen, aber auch aufmunternde und wir sind gemeinsam zu der Lösung gekommen, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen.

Auch die Suspendierung von Marko und Eljero hat bewirkt, dass wir enger zusammengerückt sind. Da ist ein Gefühl aufgekommen: Jetzt erst recht. Alle haben wieder dran geglaubt es zu schaffen und jeder einzelne hat sich auf dem Platz aufgeopfert.

Aber es wäre falsch, alles auf unsere zwei Kollegen zu schieben. Wir müssen uns auch bei ihnen für starke Leistungen bedanken, nicht alles war schlecht. Ihre Aktion verurteile ich nach wie vor, weil man sich als Profi so nicht verhalten darf.

Ich hoffe sehr, dass aus dieser ganz schwierigen Phase jetzt Spieler hervorgehen, die enorm an Routine gewonnen haben. Wer einen solchen Druck ausgehalten hat, wird stärker und will das nie wieder erleben.

Vor dem letzten Spiel in Nürnberg heißt es jetzt weiterhin vernünftig und konzentriert trainieren. Ich hoffe, dass der Klassenerhalt Spannungen und Verkrampfungen gelöst hat und wir erstmals seit langer Zeit wieder befreit aufspielen können. Wir wollen in Nürnberg Spaß haben, attraktiven Fußball spielen und einen Sieg einfahren. Das sind wir unseren einzigartigen Fans und uns selbst schuldig.

Erst dann ist Zeit, um die Saison in Ruhe und konstruktiv aufzuarbeiten.

Euer Basti

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