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Mittwoch, 17.04.2013

Echte Fans tragen die Raute im Herzen

Dass ich gegen Düsseldorf die Mannschaft erstmals als Kapitän auf den Platz führen durfte, war eine Riesenehre und hat mich sehr stolz gemacht. Das ist ein Moment, den ich nie vergessen werde und der mir auch großen Auftrieb für die nächsten Wochen geben wird.

Wir haben in Düsseldorf trotz elf Ausfällen Moral bewiesen, aber leider nicht die Leichtigkeit und Lockerheit gefunden, die für einen Sieg notwendig sind. Kritik ist sicher angebracht, aber ein Teil der Fans und der Medien schaden dadurch unserer jungen Mannschaft mehr, als sie ihr helfen. Ich würde mir da mehr Fingerspitzengefühl wünschen, denn der Druck wird immer größer und kein Spieler verliert absichtlich gerne.

In Düsseldorf sind 6000 Werder-Fans mitgereist, die uns toll unterstützt haben. Da fällt es viel leichter, nach einem Rückstand wieder zurück zu kommen. Wir haben jetzt fünf schwere Spiele vor der Brust und es selbst in der Hand die Situation zu entspannen.

Wir wollen gegen Wolfsburg endlich wieder das Siegesgefühl erleben, das würde alle entlasten und wieder mehr Lockerheit in die Mannschaft bringen. Unsere echten Fans tragen die Raute im Herzen und ich hoffe, dass sie diejenigen mitreißen können, die erfolgsverwöhnt sind und es nicht annehmen können, dass es derzeit nicht so läuft wie wir uns das alle wünschen.

Auch für mich persönlich war die Situation nach Dortmund und Bayern nicht einfach. Es ist schlecht gelaufen, der Trainer wollte Neues probieren und ich musste auf die Bank. Aber ich war mir immer sicher, dass ich den Weg zurückfinde. Ich habe mich nicht hängen lassen und auf höchstem Niveau trainiert, auch wenn ich am Samstag nicht erste Wahl war. In dieser schlechten Phase hätte ich mir von einigen Fans und Medien mehr Respekt erwartet – ich habe schließlich mit Werder auch schon einiges erreicht. Es tut jedem Profi weh, wenn er schlechter dargestellt wird, als seine Leistung objektiv war.

Jetzt müssen wir alles dafür tun, um die Saison noch vernünftig abzuschließen. Wichtig wird sein die Situation anzunehmen und sehr aufzupassen, dass uns Augsburg nicht noch näher rückt. Gegen Wolfsburg können wir einen großen Schritt machen und wieder mehr Ruhe in die Mannschaft bekommen.

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